KONZEPT


(Nähe Eisenacher Straße / Barbarossaplatz)

Trolle Schöneberg e.V. - seit über 40 Jahren für Ihre Kinder da.


UNSER KONZEPT


Pädagogisches Konzept

Hier gibt es einen Überblick über die pädagogischen Ansätze unseres Kinderladens.


Grundlegend für unsere pädagogische Arbeit ist das Bild des Kindes: „Ein Kind ist aktiv, neugierig und bildet sich selbst von Geburt an.“ Wir begleiten und unterstützen Kinder in ihren unterschiedlichen Bildungs- und Entwicklungsprozessen und sehen uns ebenso wie die Kinder als Lernende, nicht als Lehrende.


Wir legen Wert darauf, Kindern einen familiären und geborgenen Ort zu schaffen, an dem sie einfach Kind „sein“ können. Sie sollen sich wohlfühlen. Vertrauen, Individualität, Wertschätzung und die Vermittlung eines optimistischen Weltbildes sind Schlagworte, die uns am Herzen liegen. Wie jedem anderen Menschen auch begegnen wir Kindern mit Achtung und Respekt. Eine auf Vertrauen bauende liebevolle Beziehung ist die Grundlage jeder kindlichen Aktivität und Kreativität und um sich sicher bewegen und entfalten zu können.


Unser Kinderladen versteht sich als Ort des Miteinanders, an dem jeder das gleiche Recht auf individuelle Wahrnehmung seiner Persönlichkeit hat. Jedes Kind hat sein eigenes individuelles Tempo und braucht Raum und Zeit, um sich und seine Welt zu begreifen.


Bei uns können Kinder miteinander und mit uns:
Gemeinsam den Tag beginnen, Zeit haben zum Spielen, Ausflüge machen, entdecken, forschen, ausprobieren, sich entfalten, Ausdrucksformen finden, mit unterschiedlichsten Materialien experimentieren, mit Farben, Stiften, Kohle, Aquarellfarbe malen, Töne und Klänge erklingen lassen und singen, ihre Fantasie ausleben, verreisen, vorgelesen bekommen, Fragen stellen und Antworten finden...


Kleinkindpädagogik:
Wir arbeiten bedürfnisorientiert. Dazu gehören Bewegungs-Handlungs-Sinnesräume, Erfahrungen mit allen Sinnen, Klänge, Farben, Düfte, usw. Vor allem ist es uns wichtig, von Anfang an im Dialog mit dem Kind zu sein.


Eingewöhnung:
Das Urvertrauen des Kindes ist die Grundlage für den Lösungsprozess, deshalb: Ohne Eltern geht es nicht. Wir messen einer behutsamen Eingewöhnung große Bedeutung bei, da sich Kinder auf dieser Grundlage psychisch und physisch stabiler entwickeln. Ein neues Kind, das sich schnell wohlfühlt, sorgt letztendlich auch für eine positive Entwicklung der Gruppe.


Die Eingewöhnung gliedert sich in drei Phasen:
1. Phase: Die ersten drei Tage mit einem Elternteil im Laden, etwa 2,5 Std.; wie genau sich dabei Eltern am besten verhalten, wird ganz individuell besprochen.


2. Phase: Eindeutige Verabschiedung. Trennung max. 30 min. Wie dieser Trennungsprozess verläuft, ist bedeutend für den weiteren Verlauf der Phase des Einlebens.


3. Phase: Stabilisierungsphase. Bezugsperson/Eltern sind immer erreichbar. Ausschlaggebend für die Schlussphase ist, dass das Kind sich trösten lässt und sich in guter Stimmung dem Spiel zuwendet. Hält die stabile Phase an, können erste Schlafversuche gestartet werden.


Elementarbereich:
Pädagogische Arbeit nach dem Berliner Bildungsprogramm mit Elementen aus der Reggio- und Montessoripädagogik. Dokumentationen von Entwicklungsprozessen und Beobachtetem machen unseren Kinderladenalltag transparent. Jedes Kind ist individuell und besonders. Wir sehen das Kind als Forscher, das sich und seine Umwelt entdeckt. Unterstützend begleiten wir das Autonomiebestreben und die Selbständigkeitsentwicklung. Wahrnehmungsvorgänge und alle Sinne des Kindes zu aktivieren und intensivieren ist unser Ziel.


Freispiel:
Freispiel als Königsdisziplin des Lernens. Kinder brauchen Freiheit. „Sie müssen wählen können, wo und mit wem sie ihre Neugier, ihre Intelligenz, ihre Emotionen einsetzen: Um die unerschöpflichen Möglichkeiten der Hände, der Augen und der Ohren, der Formen, Materialien, Töne und Farben zu erspüren, sich bewusst zu machen, wie der Verstand, das Denken und die Fantasie ständig Verbindungen zwischen einzelnen Dingen herstellen und die Welt in Bewegung und Aufruhr versetzen kann ( Loris Malaguzzi).“ Ein positives Selbstbild kann sich nur herausbilden, wenn der Erfolg einer Handlung als selbst verursacht und nicht zufallsbestimmt oder fremdbestimmt erlebt wird. Kinder brauchen Bereiche für sich – Spiele, Gespräche, Geheimnisse, Orte –, in die sie sich zurückziehen können.


Projekte:
Projekte bedeuten, dass Lebensrealitäten in situations- und bedürfnisorientierter Weise intensiviert und für die Kinder erlebbar gemacht werden. Projekte entwickeln sich aus Spielhandlungen, Gesprächen und Beobachtungen. Sie bieten viele Erfahrungen mit unterschiedlichsten Materialien und Medien an unterschiedlichen Orten.


"Wenn Kinder etwas für sich selbst als bedeutungsvoll erleben, wird ihre Lebensintensität größer sein, als wenn sie etwas tun müssen, was ihnen - aus welchen Gründen auch immer - als nicht wertvoll und wichtig erscheint."
Projekte sind Entwicklungsprozesse, die in unterschiedlichen Zielen enden, welche nicht immer voraussehbar sind. Der Weg, die Auseinandersetzung mit einem Thema ist das Ziel und nicht unbedingt ein entstandenes Produkt.


Erfahrungswelten:

  • Naturerfahrungen und -erlebnisse
  • Vielfältige Sinnes-Erfahrungen: fühlen,tasten, riechen, schmecken, sehen, hören, sichbewegen...
  • Körpererfahrungen, Bewegung, Spiel
  • Sprache, Ausdrucksformen, Farben, Klänge, malen, singen, matschen, formen,


Assoziationen finden (vergleichen), Gefühle, Fantasie usw.

  • Töne erklingen lassen, singen, tanzen
  • Selbsterfahrungen
  • sozial-emotionales Miteinander erleben
  • Interaktionen der Gruppe, gemeinsam etwas tun, sich einlassen, zuhören, Kompromisse finden, eigene Lösungswege finden, eigenständig in einer Gruppe zurechtkommen


Aus all diesem entstehen:

  1. Ich-Kompetenzen
  2. Soziale Kompetenzen
  3. Sach-Kompetenzen
  4. Lernmethodische Kompetenzen


Sprachenkompetenz:
Jedes Kind hat, wenn es auf die Welt kommt, die angeborene natürliche Fähigkeit, eine Sprache zu erlernen, d.h. die Laute, die es hört, zu imitieren, dann Wörter zu verstehen und später Sätze zu bilden, um schließlich seine Sprache vollends zu beherrschen. Auch das Erlernen einer Zweitsprache fällt den Kindern in jungen Jahren leicht. Bis zum vierten Geburtstag entwickeln sich im Gehirn die neuronalen Netze, in denen die Sprachen verarbeitet werden.

Dort werden auch Fremdsprachen, die später hinzukommen, umgesetzt. Vor Überforderung oder Sprachverwirrung muss man dabei keine Angst haben – ganz im Gegenteil: die Kinder haben Freude an den unbekannten Klängen der neuen Sprache und gehen mit ihr so spielerisch um wie mit der eigenen Muttersprache. Nebenher beginnen die Kinder darüber nachzudenken, warum man Dinge im Deutschen so ausdrückt und in der anderen Sprache ganz anders oder ganz ähnlich. Dadurch profitiert auch die Muttersprache von der frühen Begegnung mit einer anderen Sprache.


Uns ist wichtig, dass Sprachkompetenz ganzheitlich verstanden wird. Sprachen, welche die Kinder mit in den Kinderladen bringen, sind eine große Bereicherung. Von Ekaterina und Tikhon lernen wir russische Lieder, von Lola dänische Worte und von Zeynep türkische Zahlen...


Elternarbeit:
Ein ganz wichtiger Aspekt ist für uns die gute Zusammenarbeit mit den Eltern. Als Voraussetzung einer guten pädagogischen Arbeit, um die aktuellen Befindlichkeiten der Kinder verstehen zu können und um ihre individuellen Bedürfnisse kennenzulernen, ist ein regelmäßiger und offener Austausch zwischen Erzieherinnen und Eltern nötig. Ein Miteinander in Form von kleinen Tür- und Angelgesprächen, längeren Elterngesprächen in Ruhe, einmal jährlichen ausführlichen Entwicklungsgesprächen und regelmäßige Elternabende usw.


Monatsstruktur:
Bücherei, Theater, Ausflüge, Museen


Wochenstruktur:
Musikpädagogik, Spielzeugtag, Waldtag, Sport


Tagesstruktur:
Mit einem gemeinsamen Frühstück oder in einer gemeinsamen Morgenrunde den Tag beginnen, Obstzeit, Aktionszeit oder Freispiel, gemeinsames Mittagessen (manchmal auch in zwei Gruppen), Ausruhzeit (vorlesen, malen, leise spielen…) /Schlafzeit für Schlafkinder, Nachtisch für alle, Aktionszeit oder Freispiel, Abholzeit


Kleine Rituale:
Eltern zur Tür hinaus schubsen, am Fenster winken, Morgenrunden, Schlaflieder, Geburtstagszeremonie, Sternstunden, Kaffee-Klatsch-Sprachlerntagebücher


Kinderladenübernachtung:
Als Vorbereitung auf die Kinderladenreise


Kinderladenreise:
Einmal im Jahr fahren wir mit den schon etwas größeren Kindern (und auch nur mit denen, die wollen) auf einen nahe gelegenen Bauernhof. Dauer der Reise: 4 Tage = dreimal übernachten.


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